Forschung an der Klinik

Stetige Verbesserungen und Innovationen sind notwendig, um den steigenden Anforderungen an die Qualität und Wirtschaftlichkeit der stationären Rehabilitation gerecht zu werden. Hierbei kommt der Reha-Forschung eine zentrale Rolle zu.

Neue Erkenntnisse zu gewinnen, ist für eine kontinuierliche Verbesserung der Behandlung unverzichtbar. Forschung in der Rehabilitation sollte in erster Linie auch dort durchgeführt werden, wo Rehabilitation letztendlich stattfindet: in der Reha-Klinik. Umgekehrt kann Rehabilitationsforschung nicht losgelöst von der klinischen und Grundlagenforschung, wie sie an Universitätskliniken stattfindet, betrieben werden.

Die Kliniken als Standorte der Forschung bieten den Vorteil, dass Forschung und konzeptuelle Entwicklung einerseits und die praktische Umsetzung andererseits ineinandergreifen. So können Konzepte in direkter Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten entwickelt und ihre Umsetzbarkeit und Praktikabilität kann unmittelbar in der Praxis überprüft werden.

Das Institut für Rehabilitationsforschung Norderney

Das Institut für Rehabilitationsforschung Norderney forscht seit über 30 Jahren auf dem Gebiet der Rehabilitation. In den Forschungsprojekten werden Konzepte und Maßnahmen entwickelt, die helfen, die Rehabilitation bei chronischen Erkrankungen und Behinderungen zu verbessern. Dabei wird auch überprüft, wie wirksam die Maßnahmen sind.

Seit 2012 wird das Institut für Rehabilitationsforschung Norderney von Prof. Dr. Bernhard Greitemann geleitet, der auch Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland ist. Das Institut kooperiert eng mit dem Trägerverein VFR (Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung Norderney e. V.), der die Mehrzahl der Projekte finanziert.

Weitere Förderer von Projekten, an denen das IfR beteiligt ist, sind die Deutsche Rentenversicherung Bund und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Das Institut ist Mitglied des Forschungsverbundes Rehabilitationswissenschaften NRW.

Im Rahmen von Forschungsprojekten bestehen Kooperationen des Instituts mit

  • der Deutschen Rentenversicherung Westfalen
  • der Deutschen Rentenversicherung Rheinland
  • der Universität und dem Universitätsklinikum Münster
  • den Universitäten Bielefeld, Düsseldorf, Essen und Köln
  • der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen
  • der Hochschule Osnabrück
  • der Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA; ehemals AQMS) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Zudem gibt es Kooperationen mit Forschungseinrichtungen im Ausland (Eureka, Euregio).

Die Abteilung Bad Rothenfelde

Die Abteilung Bad Rothenfelde des Instituts für Rehabilitationsforschung Norderney an der Klinik Münsterland führt seit 1998 Reha-Forschungsprojekte durch.

In Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegenden und Therapeuten werden Behandlungskonzepte, Curricula, Schulungen und Informationsmaterial für Rehabilitanden und Personal entwickelt sowie Prozesse evaluiert und optimiert (zum Beispiel Zielvereinbarungen mit Rehabilitanden, Reha-Nachsorge und Reha-Vorbereitung). Zudem werden auch neue Reha-Formen entwickelt und erprobt (zum Beispiel Berufsbegleitende Rehabilitation im Projekt Betsi und Beruflich orientierte Rehabilitation in den Projekten PROMBOR und EvaMBOR).

Die Umsetzung der Konzepte wird wissenschaftlich begleitet und ihre Effektivität hinsichtlich zahlreicher gesundheitsbezogener Ergebnisparameter evaluiert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung in Bad Rothenfelde besteht in Maßnahmen, die die Gesundheits- und Selbstkompetenz und die aktive Beteiligung der Rehabilitanden in allen Phasen der Rehabilitation (auch über den stationären Aufenthalt hinaus) stärken, darunter Projekte zur Behandler-Patient-Kommunikation, zur partizipativen Zielvereinbarung mit Rehabilitanden und zur Reha-Nachsorge. Viele der Studien sind multizentrisch, das heißt, es sind jeweils mehrere Reha-Einrichtungen an den Projekten beteiligt.

Der Abteilung Bad Rothenfelde des IfR gehören aktuell die folgenden Personen an: Prof. Dr. Greitemann als Abteilungs- und Institutsleiter, die Projektleiterinnen Dr. Susanne Dibbelt und Stephanie Fröhlich, die Dokumentationsassistenten Ralph Niemeyer und Edith Wulfert. Die Arbeit der Abteilung wird von einer studentischen Hilfskraft unterstützt. Neben der Entwicklung, Beantragung und Durchführung von Forschungsprojekten betreut das Forschungsteam auch Qualifikationsarbeiten (Dissertationen, Master- und Bachelor-Arbeiten) und führt Methodenberatungen für Kliniker durch. Regelmäßig absolvieren auch Studenten der Universitäten Osnabrück und Bielefeld Forschungspraktika in der Abteilung.

Die Abteilung Bad Rothenfelde des IfR bearbeitet die folgenden Themenschwerpunkte:

  • Rehabilitation chronischer Schmerzen

    • Rehabilitation des Fibromyalgiesyndroms (PRO-FI)
    • Multimodale Rehabilitation des chronischen Rückenschmerzes (u. a. Projekte IopKo, RUM, Ruevarela)
    • Monitoring von Alltagsaktivitäten bei Patienten mit chronischen Nacken- und Rückenschmerzen; Teilprojekt des EUREKA-Programms
  • Kommunikation und Patientenbeteiligung

    • Optimierung der Behandler-Patient-Kommunikation (Projekte PAINT und OPPTIPAR)
    • Partizipative Vereinbarung von Reha-Zielen mit Rehabilitanden (Projekte PARZIVAR, PREZO)
    • Diagnosegruppenspezifische Information für Rehabilitanden im (Projekt Re-In)
  • Dokumentation

    • Die Entwicklung eines Prozess-Dokumentationssystems für den Routineeinsatz in der stationären medizinischen Rehabilitation in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg (Projekt REHA-PRODOK)
  • Reha-Nachsorge

    • Die Wirksamkeit telefonischer Reha-Nachsorge (Projekte TENOR I und II)
    • Die Wirksamkeit der orthopädischen Nachsorge der DRV Westfalen (Projekt EVORNA)
  • Medizinisch-berufliche Rehabilitation

    • Optimierung der Medizinisch-beruflichen Rehabilitation (u. a. Projekte Pro MBOR, EvaMBOR-C)
  • Prävention

    • Berufsbegleitende multimodale Prävention (Projekt Betsi)
  • Spezifische Patientengruppen

    • Evaluation der Rehabilitation bei Amputationen

Hinweis:

Um die Lesbarkeit zu erleichtern, wird auf den Forschungsseiten in der Regel das generische Maskulinum gebraucht. Natürlich sind alle Geschlechtsausprägungen gemeint.

Grafik: Forschungsschwerpunkte an der Klinik Münsterland Bad Rothenfelde

Arbeitsgebiete: Forschungsprojekte an der Klinik Münsterland

Zusatzinformationen

Anschrift

Institut für Rehabilitationsforschung Norderney
Abteilung Bad Rothenfelde

Rehaklinikum Bad Rothenfelde - Klinik Münsterland
Auf der Stöwwe 11
49214 Bad Rothenfelde
Tel. 05424 220-470 | Fax 05424 220-345

dibbelt.ifr@klinik-muensterland.de

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